Es war einmal …

ein kleiner Veranstaltungsraum in Duisburg-Ruhrort. Hier veranstaltete ein gewisser Drago O. auf Bitten seiner kroatischen Landleute am Wochenende nur zum Spaß Discoabende und andere Feste. Binnen kürzester Zeit platzte der Raum aus allen Nähten, denn die Qualitäten als Gastgeber hatten sich schon damals schnell herum gesprochen.

Es musste eine neue Lokalität gefunden werden. Man wurde fündig in Duisburg-Wanheim. Am 15. Juni 1996 wurde das PULP an der Forststr. 4 eröffnet. Als Namensgeber fungierte der Kultfilm zu dieser Zeit – PULP FICTION von Quentin Tarantino. Wie auch der Tarantino-Streifen „From Dusk till Dawn“ sollte das PULP in Duisburg abgefahren, kultig, eigenständig und etwas besonderes zugleich sein. Fortan sollten drei Dinge fest mit dem Namen PULP Duisburg verbunden sein: Der große Innengrill – eine außergewöhnliche Deko mit von Meister Drago selbst erstellten Metallskulpturen – ein ständig wechselndes Innenleben, denn Stillstand ist für Drago ein Fremdwort.
Die ersten sechs Monate des PULP als „hart“ zu beschrieben, wäre untertrieben. Für die meisten seiner kroatischen Landsleute ist der Weg von Ruhrort nach Wanheim zu weit, für die übrigen Duisburger der Ort zu weit vom Schuss. Doch spätestens als sich in der Studentenszene herumspricht, dass es für 10 DM Mindestverzehr ein Freigetränk sowie ein leckeres Essen vom Grill gibt, geht es kontinuierlich bergauf. Ein weiteres tun die mittlerweile schon legendären „Full Moon“ Parties – meist schon um 24 Uhr sind alle Parkplätze rund um die Forststraße belegt, geht im PULP „nichts“ mehr. Da ist auch die geniale Idee, das Vorzelt vor der Gebäude kurzerhand zu vergrößern, nur kurzzeitig eine Abhilfe.

Juli 1999: Ein Brand in Duisburg-Wanheim schreckt Anwohner wie Drago O. aus dem Schlaf: Das angebaute Zelt steht in Flammen, mit einiger Mühe kann ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindert werden. PULP I jedoch ist Geschichte. Die Brandursache ist bis heute nicht definitiv geklärt.

Weitermachen oder aufgeben? Alleine schon wegen der dringenden Bitten der vielen PULP-Gänger kann Drago nicht anderes und entscheidet sich zusammen mit seiner Frau Zeljka für’s Weitermachen. Anderthalb Jahre dauert die Suche nach einem geeigneten Standort, fast noch mal genauso lange die Bearbeitung der benötigten Genehmigungen. Der neue Standort soll nämlich der ehemalige Bahnhof „Hochfeld Duisburg-Süd“ werden, doch die Mühlen der Bahn mahlen langsam … Erschwerend hinzu kommt der bedauernswerte Zustand des Gebäudes – vollkommen heruntergekommen, fehlt bereits seit Jahren das Dach.

25. Januar 2002: Was die berühmten „Spatzen“ bereits seit Monaten von den Dächern pfeifen, wird Wirklichkeit: Das Warten hat ein Ende, das neue PULP öffnet seine Pforten. Der ehemalige Bahnhof ist nicht wieder zu erkennen. Um das eigentliche Bahnhofsgebäude herum wurden zwei weitere Hallen hochgezogen, davor noch ein Turm gesetzt. Innen drin verwöhnt eine rustikal-gemütliche Einrichtung den Besucher. Ein neuer Spitzname macht schnell die Runde – Schloss PULP hat geöffnet. Das Herzstück ist die große Veranstaltungshalle GROTTE.
Was nur wenige wissen: Jedes Teil – egal ob Bank, Tisch, Fensterrahmen, Türe oder Skulptur – ist eine Unikat, handgemacht von „Schlossherr“ Drago.
4.000 (!) Besucher alleine am Eröffnungstag beweisen deutlich: Das PULP war zu keiner Zeit vergessen und gehört zum festen Bestandteil des Kulturlebens in Duisburg und Umgebung.

Stets versuchen die Verantwortlichen des PULP, neue Wege zu gehen. So heißt es ab Ende 2002 sechs Mal „SCHLÖSSER-TALK IM PULP“, darf man sich über so illustre Gäste wie Box-Weltmeisterin Regina Halmich, Schauspieler Ralf Richter oder MSV-Präsident Walter Hellmich freuen. Zudem kam mit der MITTE eine zweite Tanzarea dazu.
Seit 2003 fester Bestandteil im PULP-Programm: Jeden 2. Sonntag des Monats Kindertheater, stets dargeboten von einem renommierten Theater und damals wie heute für null Euro Eintritt.

Im gleichen Jahr feiert ein Event-Essen der besonderen Art Premiere: gemäß dem Motto, wenn schon Schloss, dann her mit den Rittern, wird im Mai 2003 erstmals ein zünftiges Rittermahl organisiert. Zwei Gaukler sorgten für entsprechende Kurzweil, 12 reichhaltige Gänge überforderten die Premierengäste vollends. Was damals mit 40 zahlenden Gästen begann, findet seitdem jeden letzten Samstag des Monats (Ausnahme: Sommerpause) mit mehr als 100 Gästen seine erfolgreiche Fortsetzung. Sechs aufeinander abgestimmte Gänge werden mittlerweile angeboten, und auch heute gilt die Empfehlung des Küchenchefs: Ist ein Besuch des Rittermahls geplant, sollte man vorher wenig oder gar nichts essen. Mit dem Krimi-Dinner (erstmals präsentiert am 17. Februar 2006) wird mittlerweile ein weiteres Event-Essen angeboten.

Apropos Essen: Das große Buffet bietet neben leckeren „Schweinereien“ vom großen Innengrill zahlreiche hausgemachte Salate. Der berühmte „PULP-Snack“ kostet nur 5 € pro Nase. Zudem im Angebot bis weit in die Nacht: Döner, Currywurst, Pommes Frites und NEU seit 2015 PIZZA!. Jeden Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr darf für 12 € pro Person (Kinder bis 8 Jahre 6 €) nach Herzens Lust „gebruncht“ werden – Kaffee, Tee, Kakao und Milch inklusive.

Dank der fest installierten Top-Haus-Anlage (für Fachleute: Meyer 3 SL) im 850 Leute fassenden großen Veranstaltungsraum GROTTE wurden bereits viele Konzerte mit namhaften Künstlern und Bands durchgeführt. Stellvertretend seien an dieser Stelle UNHEILIG, BILLY TALENT, SNOW PATROL, ANNE CLARK, TITO & TARANTULA, PHILIPP BOA & THE VODOOCLUB, LIFE OF AGONY, WITHIN TEMPTATION, MERET BECKER, VNV NATION, INGO OSCHMANN, THE SUBWAYS, REOLVERHELD, AND ONE oder EXTRABREIT genannt.

Mittlerweile „Kult“ sind die legendären Konzerte von ILJA’S RICHTER. Spätestens seit ihrem Auftritt mit den Altrockern von THE SWEET im März 2004 haben sich die Duisburger Musiker rund um ihren Frontmann Stefan Werner mit ihrer spektakulären Live-Rock-70er Jahre-Cover-Show einen derart guten Namen gemacht, dass ihre alljährlichen Auftritte an Karnevalssonntag mittlerweile absolute Selbstläufer sind. Mit der Einführung des Weihnachtsgospel-Konzertes ist 2004 ein weiterer fester Bestandteil im PULP-Kulturprogramm geschaffen worden, seit einigen Jahren jeweils am 2. Dezembersonntag als GOSPELBRUNCH.

Geht nicht, gibt’s nicht … gemäß diesem Motto wagte sich das PULP Ende 2005 an ein Großprojekt: Vom 25. November bis zum 18. Dezember 2005 lud man ein zum „1.Weihnachtlichen Mittelalter-Spektakulum“ in zwei beheizten Großzelten auf dem Burgplatz in Duisburg-Mitte. Rund 40 Händler und Handwerker, Gaukler, Zauberer, Rittergesellen, Bands wie SCHELMISH, SALTATIO MORTIS, CULTUS FEROX, DIE IRRLICHTER und viele mehr plus preiswerte Leckereien vom großen offenen Grill begeisterten mehr als 20.000 zufriedene Besucher.

PULP – das Unvollendete … wer einmal eine mehrmonatige Pause zwischen seinen Besuchen eingelegt hat, wird nicht selten überrascht. Meist hat sich Geschäftsführer Drago Orec wieder eine bauliche Erweiterung einfallen lassen. Seit Anfang 2005 gibt es eine neue, zweite Theke in der Grotte. Ende Mai 2005 wurden die DACHTERRASSE und ein weiterer Veranstaltungsraum RITTERSAAL (Kapazität: 300 Personen unbestuhlt, 150 bestuhlt) eröffnet. Damit verfügt das PULP nicht nur über eine dritte Tanzarea, sondern auch über die lange fällige Möglichkeit, für private Feiern (z.B. Tagungen, Hochzeiten, Geburtstage, Firmenjubiläen) einen Raum mit außergewöhnlichem Ambiente vermieten zu können. Klar, dass in dem stilvollen RITTERSAAL auch die Eventessen RITTERMAHL und KRIMI-DINNER durchgeführt werden. Von September 2005 schließlich datiert die Erweiterung der MITTE, der zweiten Tanzfläche. Mit dem Bau eines Aufzuges (Stichwort: Barrierefrei), einer zweiten Küche sowie eines Büros in einem weiteren Turm neben dem Eingang wurden im September 2006 die nächsten Erweiterungsarbeiten abgeschlossen. In den folgenden Jahren wurden der Toilettenbereich ausgebaut und renoviert sowie die Ton- und Lichtanlagen stets weiter aufgerüstet. Anfang 2014 erhielt die Grotte eine neue Theke. Weitere interessante Änderungen sind in Planung …

PULP Event-Schloss Duisburg